Das Unternehmen hat zuletzt ca. 28.000 Kunden mit Strom und Gas beliefert. Die Pleite soll entstanden sein, da der bereits entlassende Finanzvorstand vergessen haben soll, 6,6 Mio. Euro aus der EEG-Umlage zu bilanzieren. Nachdem zuerst angedacht war, den Geschäftsbetrieb weiterzuführen, hat die Genossenschaft mittlerweile die Belieferung der Kunden eingestellt, da die Netzbetreiber die Durchleitung nur noch gegen Vorauskasse zusichern wollten. Dies war aufgrund der fehlenden Liquidität nicht möglich.
Da nun innerhalb eines Jahres bereits der zweite neue Anbieter in die Insolvenz gegangen ist, stellt sich die Frage, ob weitere Unternehmen folgen werden. Unserer Meinung nach muss man das differenziert betrachten. Einerseits herrscht intensiver Wettbewerb um Strom- und Gaskunden in Deutschland. Immer mehr neue Anbieter treten in den Markt ein und werben um Kunden. Die Margen sind dabei relativ gering und die Flukuation der Kunden ist hoch. Wem es nicht gelingt, die meisten Kunden länger als ein Jahr zu halten, wird kaum in der Lage sein, die Akquisitionskosten wieder hereinzuholen und mit diesen Kunden Verluste erleiden.
Bei TelDaFax und EnerGenSüd war die Situation jedoch etwas anders. Dem Management der Unternehmen sind anscheinend grobe Fehler unterlaufen, die gerade im Energiegeschäft nicht passieren dürfen. Trotzdem gilt aus unserer Sicht, dass man am Energiemarkt durchaus erfolgreich und gewinnbringend agieren kann. Man braucht allerdings einen langen Atem und muss in der Lage sein, Anlaufverluste zu finanzieren. Genauso darf man nicht um jeden Preis Kunden akquirieren, sondern muss realistisch kalkulieren und differenzierte Preise anbieten. Am Ende kommt es darauf an, die neu gewonnenen Kunden langfristig zu binden, um letztlich mit jedem einzelnen Kunden Geld zu verdienen.


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